Gerade als zwei führende Neoliberale zu Ministern in der neuen Regierung ernannt wurden, veröffentlichte die russische Wochenzeitung Ekonomitscheskaja Gaseta in ihrer Ausgabe vom 18. Mai 2000 die Gründungserklärung des "Ad-Hoc-Komitees für ein neues Bretton Woods" mit einem Coupon, den die Leser, die das Komitee unterstützen wollen, ausfüllen und an die Redaktion zurücksenden können. Zusammen mit dem Aufruf erschien der erste Teil eines längeren Artikels von Prof. Taras Muraniwskij, dem Vorsitzenden des Schiller-Instituts für Wissenschaft und Kultur in Moskau, der die Dringlichkeit einer neuen Bretton Woods-Konferenz noch einmal hervorhebt und auf LaRouches Wirtschaftsprognosen und wirtschaftspolitisches Programm eingeht.
Muraniwskij kritisiert mit scharfen Worten die "Globalisierung" als Synonym für eine neokoloniale Politik, die vielen Ländern Armut, Verelendung und Krankheiten gebracht habe. Das internationale Finanzsystem stehe vor dem unausweichlichen Kollaps, selbst der scheidende IWF-Direktor Michael Camdessus spreche von einer "neuen Spirale der Finanzkrise". LaRouche habe schon seit längerem ein wirksames Gegenmittel zur Globalisierung vorgeschlagen. Der erste Schritt sei ein neues Weltwährungssystem mit festen Wechselkursen, als Voraussetzung für eine Prinzipiengemeinschaft souveräner Nationen, die über langfristige Kredite und Technologietransfer den Aufbau einer gerechten Weltwirtschaftsordnung in Angriff nimmt.
In der Ausgabe der russischen Wochenzeitung Ekonomitscheskaja Gaseta vom 5. November 1998 ist der volle Wortlaut des Memorandums "Zeit, die Wahrheit zu sagen", das von Lyndon LaRouche vor ein paar Wochen verfaát worden war, ins Russische bersetzt abgedruckt worden. Neben LaRouches Beitrag erschien noch einen Kommentar von Prof. Taras Muraniwskij, dem Präsidenten des Schiller-Instituts in Moskau, mit dem Titel "Zeit, die Dinge beim Namen zu nennen". Darin schildert Muraniwskij die asiatische "Überlebensstrategie" anhand der politischen Entscheidungen des malaysischen Ministerpräsidenten Mahathir und der Entwicklungen in China.
Mehr als zwei Wochen nach ihrer Reise nach Mexiko liefern die Reden und Interviews Helga Zepp-LaRouches immer noch Zündstoff für heftige Debatten. Am dritten Adventswochenende 1998 wurden von zwei Fernsehsendern im mexikanischen Bundesstaat Nuevo Leon Interviews mit der Präsidentin des Schiller-Institutes ausgestrahlt. Mehr als 100 000 Zuschauer sahen die Sendungen, die auch im mexikanischen Bundesstaat Coahuila und teilweise auch noch in Südtexas empfangen werden konnten. Als der Moderator des bekanntes Magazins Cambios das Interview mit Helga Zepp-LaRouche ankündigte, brach unter den anwesenden Gästen, die zu einem ganz anderen Thema befragt werden sollten, ein Diskussion darüber aus, ob LaRouche noch im Gefängnis säße oder nicht. In dem Interview ging Zepp-LaRouche ausführlich auf das Wesen der weltweiten Finanzkrise ein und präsentierte den einzig realistischen Ausweg aus der Krise: die Errichtung eines neuen Bretton-Woods-Systems und den Ausbau der Eurasischen Landbrücke. Als sie zum Schluß auf Lopez Portillo angesprochen wurde, sagte sie: "Ich bewundere ihn; er ist einer der großen Staatsmänner dieses Jahrhunderts. Hätten die iberoamerikanischen Staaten damals Portillos Vorschlag eines Schuldenmoratoriums aufgegriffen, sähe die Welt heute anders aus."
In Novedades, einer der größeren Tageszeitungen in Mexiko-Stadt, griff Gaston Pardo in seiner Kolumne den Besuch noch einmal auf: "Der Besuch der Präsidentin des internationalen Schiller-Institutes, Helga Zepp-LaRouche, in Mexiko, der von der Mexikanischen Arbeiterpartei und dem früheren Staatspräsidenten Lopez Portillo unterstützt wurde, hat ein kritisches Element in die mexikanische Politik und in die wirtschaftliche und finanzielle Architektur eingebracht, das nicht ignoriert werden darf." Ihr Besuch sei zeitlich mit der Entscheidung der Regierung zusammengefallen, die Geldmenge zu begrenzen, um so angeblich die Inflation einzudämmen. Diese Maßnahme werde aber der Realwirtschaft nur weiter schaden und zu größerer Armut und weiteren Bankrotten führen. Mexiko stehe vor einer Depression. "In diesem Zusammenhang dürfen die Warnungen Helga Zepp-LaRouches von der verrotteten Elite nicht auf die leichte Schulter genommen werden", schreibt Pardo und geht dann ausführlich auf die Äußerungen Zepp-LaRouches über den Zusammenbruch der Realwirtschaft ein, sowie auf ihre Forderung, ein neues Weltwährungssystem zu errichten.
Auch Neme Salum von der Tageszeitung Excelsior meldete sich erneut zu Wort. Am 14. Dezember schrieb er eine Kolumne unter der Überschrift "Wissenschaft, der Motor der Ökonomie", der er zwei Zitate aus der Rede voranstellte, die der chinesische Präsident Jiang Zemin in der russischen Wissenschaftsstadt Nowosibirsk gehalten hatte. Jiang Zemin habe erklärt, Kreativität sei die Seele einer Nation und der Ausdruck dieser Kreativität, Wissenschaft und Technik, seien die unerschöpfliche Quelle für den Reichtum eines Landes. Genau dieses Verständnis fehle Präsident Zedillo und den mexikanischen Abgeordneten und Senatoren.
Avvenire berichtet über Rom-Besuch LaRouches
Die italienische Tageszeitung Avvenire, die in Mailand erscheint und der katholischen Kirche nahesteht, griff am 5. Mai 1998 unter der Überschrift "LaRouche: Ein Neues Bretton Woods" den Vorschlag des amerikanischen Ökonomen zur Neuordnung des internationalen Währungs- und Finanzsystems auf. Weiter heißt es in der Meldung: "Der amerikanische Politiker und Ökonom Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche, die Präsidentin des Schiller-Instituts, kamen in Rom mit Parlamentariern und Journalisten zu einem Treffen über ein Neues Bretton Woods zusammen. Der Ökonom, der die Marktkrise, die im Zusammenhang mit der Asienkrise steht, vorhergesagt hatte, erklärte, er habe bereits vor drei Jahren verschiedenen Institutionen, darunter auch der amerikanischen Regierung, einen Vorschlag und Plan für ein Neues Bretton Woods vorgelegt. Teil dieses Plans sei auch die Einführung von Devisenkontrollen als Antwort auf die Finanzkrise, mit der wir es seit Oktober letzten Jahres zu tun haben, und die sich im zweiten Quartal 1998 noch weiter verschärfen werde."
Die größte dänische Tageszeitung, Jyllands Posten, veröffentlichte am 22. Oktober 1998 erstmals einen Gastbeitrag des Vorsitzenden des dänischen Schiller-Instituts Poul Ejby Rasmussen.
Der am 22. Oktober in Jyllands Posten veröffentlichte Artikel wird mit einem hervorgehobenen Zitat aufgemacht: Entweder setzen wir uns politisch mit dem gegenwärtigen Finanzsystem auseinander, das die Spekulationsfonds und Banken in ein groteskes "Casino Mondiale" verwandelt haben, oder wir werden Opfer eines verheerenden finanziellen und ökonomischen Zusammenbruchs, schreibt der Autor des Gastbeitrags.
Aus dem Beitrag, der eine halbe Seite füllt und auch auf die systemische Natur der Krise eingeht, hier nur kurze Auszüge:
Es ist noch nicht so lange her, daß man wirklich in Schwierigkeiten kam, wenn man die Segnungen des "freien Marktes" in Frage stellte. Das kleinste Anzeichen eines Zweifels an der Unfehlbarkeit der Globalisierung führte sofort zum Fingerzeig und zu Belehrungen über die heiligen Prinzipien des freien Kapitalflusses.
Dies hat auch der malaysische Ministerpräsident Mahathir bin Mohammad erfahren, als er auf dem Jahrestreffen von Weltbank und IWF im vergangenen Jahr in Hongkong die wild wachsende Spekulation mit den Weltwährungen kritisierte. Er hatte sowohl die Finanzmärkte als auch die Redakteure von Jyllands Posten im Nacken. Heute, nur ein Jahr später, haben viele längst erkannt, daß die Krise in Asien kein isoliertes, regionales Problem war.
Bereits im Februar 1997 veröffentlichte das Schiller-Institut einen offenen Appell an Präsident Clinton, die Führer der Länder der Welt zu einer neuen Bretton-Woods-Konferenz einzuladen. Eine neue Bretton-Woods-Konferenz würde die wichtigsten Elemente des alten Bretton-Woods-Systems als Ausgangspunkt übernehmen, weil dieses System in den Jahren gleich nach dem Zweiten Weltkrieg funktioniert hatte. Das bedeutet unter anderem: 1. die Einführung fester, aber anzupassender Wechselkurse; 2. Erlaubnis zur Begrenzung der Konvertibilität, wenn nationale Regierungen dies für nötig erachten; 3. Kontrolle des Devisenhandels und der Kapitalbewegungen; 4. Erlaubnis für protektionistische Maßnahmen, wie zum Beispiel Zoll- und Handelsbestimmungen, sowie 5. Schließung der Märkte und Finanzfirmen, die Finanzspekulationen gegen Währungen durchführen.
Aber eine solche Konferenz muß weiter gehen, als nur einfach den technischen Finanzrahmen festzulegen ... Deshalb muß ein zentraler Punkt einer neuen Bretton-Woods-Konferenz in Maßnahmen bestehen, die die physikalische Wirtschaft wieder in Gang bringen. Regierungen müssen allein und gemeinsam langfristige, niedrig verzinste Kredite für große Infrastrukturprojekte bereitstellen, genau wie es Franklin D. Roosevelt machte, als er die USA aus der Depression der 30er Jahre herausführte. Bereits vor einigen Jahren hat das Schiller-Institut einen detaillierten Vorschlag für eine "Eurasische Landbrücke" ausgearbeitet, ein gigantisches Infrastrukturprojekt mit Straßen, Eisenbahnen, Telekommunikation, die Europa mit Asien verbinden, vom Großen Belt bis Beijing und von Murmansk bis Jarkarta.