Helga Zepp-LaRouche wurde am 25. August 1948 in Trier geboren. Nach dem Abitur 1968 durchlief sie in Hamburg und Hannover eine Ausbildung als Journalistin. Als sie ihre Volontärzeit bei der Hannoverschen Presse beendet hatte, arbeitete sie als freie Journalistin. 1971 reiste sie als eine der ersten europäischen Journalisten nach dem Höhepunkt der Kulturrevolution mehrere Monate lang durch China.
Nach ihrer Rückkehr begann sie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin Politische Wissenschaften, Geschichte und Philosophie zu studieren. Später setzte sie ihre Studien an den Universitäten Frankfurt/Main und Mainz fort.
Am 29. Dezember 1977 heirateten Helga Zepp und Lyndon H. LaRouche in Wiesbaden. Gemeinsam mit ihrem Mann führten sie seitdem ihre politischen Aktivitäten in viele Länder Asiens, Europas, Lateinamerikas und durch fast alle Staaten der USA. Dabei traf sie zahlreiche Politiker, u.a. Indira Gandhi und Lopez Portillo.
Wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte
Wissenschaftlich beschäftigte sie sich besonders mit Nikolaus von Kues und Friedrich Schiller, mit der deutschen Klassik, der humanistischen Tradition der Universalgeschichte und mit dem Konfuzianismus. Zu diesen Themen liegen umfangreiche schriftliche Arbeiten von ihr vor.
Im Oktober 1977 schrieb sie für den internationalen Kues-Kongreß in Trier über "Nikolaus von Kues und seine Bedeutung für die heutige Erziehung". In allen ihren Reden und Artikeln bezieht sie sich immer wieder auf Ideen aus Kues' Gesamtwerk. 1987 wird ihre Schrift "Über die Süßigkeit der Wahrheit" veröffentlicht, in der sie sich mit Kues' Vorstellung von der menschlichen Teilhabe an Gott, der Schrift "De visione Dei", auseinandersetzt.
1989 organisiert sie anläßlich des 550. Jahrestages des Konzils von Florenz in Rom eine Konferenz über "Nikolaus von Kues und das Konzil von Florenz". 1993 entwickelt sie Kues' Ideen für eine Rede, die sie an der "Russian State University for the Humanities" hält: "Nicolaus of Cusa and the Conceptual Basis for a Renaissance in Russia Today".
Im April 1979 hatte Zepp-LaRouche eine erste große Studie über "Das geheime Wissen des Friedrich Schiller" veröffentlicht. Im November 1980 organisierte sie ein mehrtägiges Schiller-Symposium in Mannheim, "Friedrich Schiller und die heutige Kultur, Dichtung, Erziehung, Theater", zu dessen Höhepunkten ein Schiller-Abend mit Will Quadflieg und eine Podiumsdiskussion über Krise und Zukunft des klassischen Theaters mit Prof. Benno von Wiese, Will Quadflieg, Peter Otten u.a. gehörten. Die Beschäftigung mit Schillers Gesamtwerk ist ein Leitfaden in Zepp-LaRouches Reden und Schriften.
Im Sommer 1984 gründete sie das Schiller-Institut, das sich die Überzeugung des Dichters zu eigen gemacht hat, daß der "Zweck der Menschheit kein anderer als die Ausbildung der Kräfte des Menschen, Fortschreitung" ist. Zepp-LaRouches Thema im Juli 1985 bei einer großen Konferenz in Washington: "Schiller legte die konzeptionellen und ästhetischen Grundlagen für die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts". In einem Essay aus dieser Zeit legt sie ihre Vorstellungen "über die Rezitation klassischer Gedichte" dar. Zehn Jahre später bearbeitet sie das Thema "Poesie und Musik" anhand der "motivischen Durchkomponierung am Beispiel von Friedrich Schillers ,Lied von der Glocke'". Auf ihre Initiative ist es zurückzuführen, daß jedes Jahr im November zu Ehren von Schillers Geburtstag in vielen Städten und Ländern der Welt die "Schiller-Feiern" wiederbelebt wurden. Im Sommer 1995 sprach sie vor Jugendlichen aus vielen Ländern Europas über Schillers Universalgeschichte, in der er das Verhältnis von Individuum und Geschichte zusammenfaßt.
1981 hat sich Zepp-LaRouche in dem Artikel "Die Klassik und die Republik" mit den Prinzipien der Staatskunst befaßt. Sie betonte damals in vielen Reden und Artikeln die Modernität des Humboldtschen Bildungsideals und die Bedeutung des Naturrechts für die klassische Staatskunst. In ihrer Rede bei dem von ihr angeregten Symposium in Mainz, "Republik -- Naturrecht -- Staatskunst", beschäftigte sie sich im Juni 1982 mit der "Bedeutung des Naturrechts vom Standpunkt der Naturwissenschaft". Jahre später spricht sie vor einem internationalen Publikum bei der Konferenz des Schiller-Instituts am 3. Dezember 1995 in Eltville über das Thema: "Die Völkergemeinschaft muß sich auf das Naturrecht gründen".
Bereits Anfang der achtziger Jahre hatte Zepp-LaRouche den besonders in der Bundesrepublik Deutschland um sich greifenden Kulturpessimismus angegriffen, den sie als zerstörerische "Geisteskrankheit" bezeichnet. Im Sommer 1982 identifiziert sie in einer Broschüre gegen "die grüne Gefahr" Nietzsche als Stammvater der grünen Gegenkultur, sie schreibt über "die historischen Wurzeln des grünen Faschismus". In einer Konferenzrede im September 1994 setzt sie sich mit der Ideologie Martin Heideggers auseinander. Bei der Konferenz des Schiller-Instituts im Dezember 1994 greift sie "Die Konservative Revolution" als "eine oligarchische Gegenbewegung zur Renaissance" scharf an.
Helga Zepp-LaRouches Weltanschauung ist von Optimismus geprägt, den sie vor kurzem so beschrieb: "Mein Optimismus kommt aus der Überzeugung, daß wir in dieser großen weltgeschichtlichen Auseinandersetzung die Oberhand gewinnen werden. Und diese Überzeugung entstammt einer philosophischen Idee des Nikolaus von Kues, daß nämlich concordantia, Einigkeit, im Makrokosmos nur möglich ist, wenn alle Mikrokosmen sich entwickeln. Mit anderen Worten: Frieden in der Welt kann es nur geben, und die Zivilisation kann nur weitergehen, wenn alle Nationen die Möglichkeit haben, sich voll zu entfalten."