Neues Bretton Woods. Lyndon LaRouche hat angesichts des Aktiencrashs der letzten Wochen ein "Ad-hoc-Komitee für ein neues Bretton Woods" gegründet.
Die Offensive für ein "neues Bretton Woods" begann vor mehr als zwölf Jahren am 30. und 31. Januar 1988 auf einer Konferenz des Schiller-Institutes in Andover im amerikanischen Bundesstaat Massachussetts, die dem Thema "Der Name für Frieden heißt Entwicklung" gewidmet war. Zu den Rednern dieser Konferenz, die nur wenige Kilometer vom Veranstaltungsort der Bretton Woods-Konferenz des Jahres 1944 entfernt stattfand, gehörten u.a. führende Persönlichkeiten aus Afrika und Iberoamerika. Geleitet wurde sie vom inzwischen verstorbenen früheren Außenminister Guayanas Dr. Fred Wills, und die Hauptrede hielt Lyndon LaRouche.
Im Februar 1997 schlug die Gründerin des Schiller-Institutes Helga Zepp-LaRouche zusammen mit der ukrainischen Abgeordneten Dr. Natalja Witrenko in einem Appell an den amerikanischen Präsidenten Bill Clinton vor, eine Konferenz für ein neues Bretton Woods einzuberufen. Dieser Aufruf wurde unter führenden Persönlichkeiten weltweit verbreitet. Zu diesem Zeitpunkt befand sich das Weltfinanzsystem bereits in einer Schieflage, während die frühere Sowjetunion nach einem Jahrzehnt drakonischer, vom IWF verordneter Sparpolitik auf eine demographische Katastrophe zusteuerte. Afrika wurde von verheerenden Kriegen und Seuchen heimgesucht, was auf die gleiche Ausplünderungspolitik der internationalen Finanzoligarchie zurückging. Auch wenn sich die später als Asienkrise bezeichneten Finanzturbulenzen erst am Horizont abzeichneten, hatte verschiedene mit LaRouche verbundene Publikationen gewarnt, die "asiatischen Tiger" seien zahnlos und die spekulative Blase stehe kurz vor dem Platzen.
Dann kam der Zusammenbruch der Volkswirtschaften der "Tigerstaaten", aber das war nur die erste von zahlreichen akuten finanziellen Schieflagen -- so die Krise im Zusammenhang mit den russischen GKO-Staatsanleihen im August-September 1998 und dem anschließenden LTCM-Kollaps --, bis jetzt der jüngste Crash bei den Aktienwerten der "neuen Wirtschaft" folgte, den LaRouche als "den Dammbruch" bezeichnete.
In der realen Welt, abseits der selbstinduzierten Fantasien der Finanzwelt, hat die anhaltende Zerstörung der Mittel zur Selbsterhaltung der Menschheit nicht nur zur schockierenden Hungerkatastrophe in Äthiopien geführt, wo acht Millionen Menschen vom Hungertod bedroht sind, weil das Land nicht in die dringend benötigte grundlegende Infrastruktur wie Wasserversorgung und Landwirtschaft investieren konnte. Sie kennzeichnet auch den Beginn einer Wirtschaftsdepression in den Industrienationen. Die kürzlichen erdrutschartigen Verluste an den Börsen haben vielen -- sogar den 20 Prozent der Bevölkerung mit hohen Einkommen -- immense Verluste beschert, während die Fanatiker der Wall Street, der US-Notenbank Federal Reserve und des amerikanischen Finanzministeriums alle Tricks aufbieten, um die löcherige Blase zu flicken, damit die "ganz oben" noch versuchen können, ihre Schäfchen ins Trockene zu bringen.
Die vier Reiter der Apokalypse
Auch wenn die vier Reiter der Apokalypse schon auf der Erde eine Spur des Schreckens hinterlassen, ist es noch nicht zu spät, ihren mörderischen Zug zu beenden. Wie man an den vielen hundert führenden Persönlichkeiten aus allen Teilen der Welt sieht, die den Aufruf unterzeichnet haben -- darunter drei ehemalige Staatsoberhäupter: der frühere mexikanische Präsident Lopez Portillo, der ehemalige brasilianische Präsident General Joao Baptista Figureido sowie der ehemalige Präsident Ugandas Godfrey Binaisa --, stehen wir nicht allein.
Kürzlich haben Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche ein Adhoc-Komitee für ein neues Bretton Woods ins Leben gerufen, um der Kampagne neuen Schwung zu geben. Darin eingebettet ist auch die verstärkte Bemühung um die Verwirklichung der eurasischen Landbrücke, die die Welt durch zahlreiche Verkehrskorridore verbinden soll. Neue moderne Städte werden hier als Zentren des wirtschaftlichen und kulturellen Lebens in bisher unterentwickelten Regionen entstehen und den Menschen dort bisher ungeahnte Entwicklungsmöglichkeiten eröffnen.