Das Grand-Inga-Wasserkraftprojekt
© Wikimedia Commons/Sémhur, CC BY-SA 4.0
Karte der bereits existierenden Wasserkraftwerke Inga I und
Inga II sowie des geplanten Kraftwerks Inga III. Links in der Karte ist der
Umriß des geplanten Stausees des Grand-Inga-Projektes eingezeichnet.
Das Projekt wird etwa 225 km flußabwärts von der Hauptstadt Kinshasa und etwa
150 km flußaufwärts von der Mündung des Kongo in den Atlantik liegen. Das
Projekt wurde erstmals Ende der 1950er Jahre konzipiert und im Laufe der Jahre
konzeptionell erweitert, ausgehend vom ursprünglichen Plan der
Wasserkraftwerke Inga I und Inga II, die in den 1970er Jahren gebaut
wurden und weiterhin in Betrieb sind. Das riesige Bauwerk Inga III ist der erste
von sechs weiteren Staudämmen, deren Bau nun in sieben Phasen geplant
ist.
Gemessen an der durchschnittlichen Durchflußmenge ist der Kongo der
zweitgrößte Fluß der Welt – er führt pro Sekunde 41.000 Kubikmeter Wasser in den
Atlantik. Das Projekt liegt an der Stelle, wo der Fluß in enge Schluchten
gepreßt wird, was die Strömung beschleunigt. Dort fällt der Fluß über eine
Länge von 14,5 km um 96 Meter ab. Allein dieser Abschnitt (an der breitesten
Stelle über 3,2 km breit) könnte Schätzungen zufolge mindestens 39,6 Gigawatt
mechanische Energie und fast ebenso viel elektrische Energie erzeugen. Einige
Schätzungen gehen sogar von einem noch viel höheren Wert aus. Diese einzigartige
geologische Besonderheit ermöglicht es, sowohl Staudämme als auch
Laufwasserkraftwerke (Turbinen im Fluß, für die kein Damm gebaut werden muß) zu
nutzen, um eine so enorme Energieausbeute zu erzielen. Die Karte zeigt den
Standort der ersten beiden Wasserkraftwerke – Inga I (350 MW, 1972 in Betrieb
genommen) und Inga II (1,4 GW, 1982 in Betrieb genommen) –, die beide aufgrund
politischer Unruhen und Baufälligkeit unter ihrer Kapazität arbeiten.
Das Grand-Inga-Projekt wird nach seiner Fertigstellung, wie in der Abbildung
oben dargestellt, die größte Wasserkraftanlage der Welt sein – mit der doppelten
Kapazität des Drei-Schluchten-Staudamms am Jangtse in China. Es wird nach der
Fertigstellung eine Strommenge liefern, die mehr als einem Drittel der derzeit
in ganz Afrika erzeugten Menge entspricht.
eir