Burkina Faso wählt Souveränität
statt französischem Imperialismus
E.I.R. Nachrichten, 27.6. 2026 – Burkina Faso hat die diplomatischen Beziehungen
zu Frankreich abgebrochen und sich für Souveränität und gegen französischen
Imperialismus entschieden. Dieser Schritt folgt auf die im Januar 2023 erfolgte
Anweisung an Frankreich zur Schließung seiner dortigen Militärbasis.
Im staatlichen Fernsehen erklärte Kommunikationsminister Gilbert Noël Ouédraogo,
die offiziellen Beziehungen seien zum 26. Juni 2026 beendet, weil die Bedingungen für
gegenseitigen Respekt, Vertrauen und Nichteinmischung nicht mehr erfüllt seien.
Burkina Faso wirft Frankreich vor, neokoloniale Ambitionen zu verfolgen,
terroristische und subversive Netzwerke aktiv zu unterstützen und zu versuchen, das
Land international zu isolieren. „Angesichts dieser imperialistischen Bestrebungen,
die darauf abzielen, unser Land zu unterwerfen und unser Volk zu versklaven, haben
wir uns für Verantwortung und Souveränität entschieden.“
Ungeachtet des diplomatischen Bruchs bleiben die historischen und kulturellen
Bindungen zwischen den Völkern bestehen und die Regierung garantiert die Sicherheit
französischer Staatsangehöriger und anderer „Expats“ (ausländische Fachkräfte) im
Land. Burkina Faso wird auch weiterhin eine unabhängige Außenpolitik verfolgen, die
auf die Diversifizierung von Partnerschaften und die Stärkung der
Süd-Süd-Zusammenarbeit abzielt. Die Regierung bleibt offen für einen internationalen
Dialog, der auf gegenseitigem Respekt, Reziprozität und souveräner Gleichheit
beruht.
Frankreichs Reaktion war hart und arrogant. Das Land verurteilte die Entscheidung
als „feindselig und ungerechtfertigt“ und erwäge angemessene
Vergeltungsmaßnahmen.
Frankreichs Feindseligkeit gegenüber dem Regime in Burkina Faso hat dessen
Normalisierung der Beziehungen zu vielen Ländern der Wirtschaftsgemeinschaft der
westafrikanischen Staaten (ECOWAS), von denen viele ehemalige französische Kolonien
sind – wie Senegal und Benin –, keinen Abbruch getan. Die ECOWAS hatte zunächst
Sanktionen und ein Handelsembargo gegen Burkina Faso, Niger und Mali verhängt,
nachdem in den ehemaligen französischen Kolonien Militärregierungen etabliert worden
waren. Dies geschah, wie manche sagen, auf Betreiben Frankreichs, aber nun ändert
sich die Haltung der ECOWAS-Staaten.
Ein Zeichen dieser Normalisierung ist die Ankündigung, daß die Islamische
Entwicklungsbank (IDB) diese Woche mit der Elfenbeinküste ein Darlehensabkommen über
235 Millionen US-Dollar für den Bau eines 60 Kilometer langen Autobahnabschnitts
abgeschlossen hat. Die Autobahn (Gesamtlänge 600 km) wird den Hafen von Abidjan
(Elfenbeinküste/Côte d’Ivoire) mit den Grenzen der Binnenländer Burkina Faso und Mali
verbinden und diesen so Zugang zum Atlantik verschaffen. Laut dem ivorischen
Ministerium für Planung und Entwicklung erhöht dieses neue Darlehen den Gesamtbeitrag
der IDB zu diesem Großprojekt auf fast eine Milliarde Dollar.
Im Jahr 2024 war Mali das führende afrikanische Ziel ivorischer Exporte, die auf
1,7 Milliarden Dollar geschätzt wurden und 7,9 Prozent der Gesamtexporte des Landes
ausmachten. Burkina Faso lag mit über 795 Millionen Dollar an zweiter Stelle, was 3,7
Prozent der ivorischen Exporte entspricht, wie aus Daten der ivorischen Zollbehörde
hervorgeht.
Die 1975 gegründete IDB hat ihren Sitz im saudischen Dschidda, ist eine
multilaterale Entwicklungsbank und kann mit 57 Mitgliedsländern als
„Süd-Süd-Entwicklungsbank“ betrachtet werden.