Afrika soll seine Entwicklung opfern, um die grüne Blase zu
unterstützen
Wie jedermann weiß, leidet Afrika unter einem enormen, wachsenden Mangel an
Nahrungsmitteln, Gesundheitsversorgung und Infrastruktur, und es ist nur für
4% der Treibhausgasemissionen weltweit verantwortlich. Dennoch verlangen die
westliche Finanzelite und Klimalobby, daß der Kontinent seine geringe fossile
Energieproduktion aufgibt und auf Technologie und moderne Landwirtschaft
verzichtet, um das transatlantische Finanzsystem zu retten.
Dies war das Thema einer virtuellen Konferenz, die nur zwei Tage vor
Präsident Bidens Klimagipfel von den Finanziers der „Gruppe der 30“ und
Südafrikas Bankennetzwerk ABSA veranstaltet wurde. Der Titel lautete „Der Weg
zu COP26: Chancen, Herausforderungen und der afrikanische Übergang zu
Netto-Null“; es sprachen vier Vertreter der Finanzwelt, angeführt vom
ehemaligen Gouverneur der Bank von England, Mark Carney, der heute
UN-Sonderbeauftragter für Klimapolitik und Finanzen ist.
Carney ist auch Sonderberater des britischen Premierministers Johnson für
die COP26-Konferenz, die im November in Glasgow stattfinden soll. Seine
Aufgabe ist es nun, Mittel zu finden, um bis dahin die wachsende
Spekulationsblase der sog. „grünen Finanzen“ aufzublähen. Das Ziel ist laut
dem Pariser Klimaabkommen, sicherzustellen, daß jährlich 100 Mrd.$ von den
Industrieländern in Form von „Emissionszertifikaten“ bzw. „Emissionsausgleich“
an die Entwicklungsländer transferiert werden.
Die Idee ist, daß afrikanische Länder sich verpflichten, ihre natürlichen
Ressourcen nicht zu nutzen und auf Entwicklungsprojekte zu verzichten, um
keine CO2-Emissionen zu verursachen. Die so „eingesparte“
Emissionsmenge kann an jene Regierungen und Unternehmen in den entwickelten
Ländern verkauft werden, die ihre Grenzwerte überschreiten, wodurch ein Markt
von 100 Mrd.$ pro Jahr entsteht. Ein oft zitiertes Beispiel sind die
Regenwälder des Kongobeckens, die auf dem Äquivalent von drei Jahren an
gebundenen Kohlenstoffemissionen sitzen, welche an globale Konzerne verkauft
werden könnten, um das Netto-Null-Ziel zu erreichen.
Laut Carney „werden 90% der Nachfrage nach diesen Kompensationen aus den
fortgeschrittenen Volkswirtschaften kommen, und 90% des Angebots werden aus
den Entwicklungsländern einschließlich Afrikas kommen.“ Und logischerweise
werden die Länder das Geld bekommen, die sich bereit erklären, ihre
Entwicklung schneller und stärker zu reduzieren als die anderen. Das
wunderbare Endergebnis wären „netto null“ Emissionen weltweit, so die Banker.
Aber für die afrikanischen Nationen bedeutet es, ihre Bevölkerung zu ewiger
Armut und Unterentwicklung zu verdammen.
Glücklicherweise verweigern sich immer mehr Vertreter der ärmeren Länder
einem solchen Selbstmordpakt. Anders als die westliche Finanzelite predigt,
haben die Entwicklungsländer nicht nur die Wahl, unter dem von IWF und
Weltbank beherrschten System von Krediten ganz abgeschnitten zu sein oder
einige Almosen als „Emissionsausgleich“ zu erhalten. Die Alternative ist das
Programm des Schiller-Instituts für die Weltlandbrücke, das sich mit dem
umfassenden wirtschaftlichen Entwicklungsplan von Chinas Gürtel- und
Straßen-Initiative überschneidet.
eir