1998

Veranstaltungen zum "neuen Bretton Woods"

Die Serie von Seminaren über die Notwendigkeit eines neuen Bretton Woods-Finanzsystems in vielen Ländern Europas, Nord- und Südamerikas begann am 5. November 1997 mit einem internationalen Symposium in Bonn, wo Lyndon LaRouche und Helga Zepp-LaRouche gemeinsam mit Vertretern aus europäischen und asiatischen Ländern auftraten. Namhafte Ökonomen, wie der ehemalige russische Minister Dr. Sergej Glasjew und zwei ehemalige indische Finanzminister hatten Beiträge zu diesem Seminar geliefert. In der Folgezeit gab es gutbesuchte Seminare zum "neuen Bretton Woods" in vielen Städten. Am 24. März 1998 sprach Prof. Taras Muraniwskij, Präsident des russischen Schiller-Instituts, auf einem Seminar über dieses Thema am Zentralen mathematisch-ökonomischen Institut der Russischen Akademie der Wissenschaften in Moskau.

  Für eine neue Zusammenarbeit zwischen Italien und den USA
Am 2. April 1998 sprachen Lyndon und Helga LaRouche auf einer Veranstaltung in Rom. Unter den Gästen befanden sich italienische Parlamentarier (aus dem Senat wie aus dem Abgeordnetenhaus), Wirtschaftsexperten, Journalisten und Diplomaten. Die erste Frage in der Diskussion stellte ein Senator. Er verstehe nicht, warum LaRouche die Europäische Währungsunion und den Maastricht-Vertrag angreife. Lyndon LaRouche betonte, die Währungsunion habe zwei grundlegende Fehler. Erstens werde, dem Konzept von Bretton Woods ganz entgegengesetzt, die nationale Souveränität in Wirtschaftsfragen durch Maastricht zerstört. Zweitens werde durch die Schaffung von Währungsblöcken -- "ein Euro-Block gegen einen Yen-Block und einen Dollar-Block" -- die für ein weltweites Aufbauprogramm notwendige internationale Zusammenarbeit bei der Währungsreform gerade verhindert.

 

Avvenire berichtet über Rom-Besuch LaRouches
Die italienische Tageszeitung Avvenire, die in Mailand erscheint und der katholischen Kirche nahesteht, griff am 5. Mai 1998 unter der Überschrift "LaRouche: Ein Neues Bretton Woods" den Vorschlag des amerikanischen Ökonomen zur Neuordnung des internationalen Währungs- und Finanzsystems auf. Weiter heißt es in der Meldung: "Der amerikanische Politiker und Ökonom Lyndon LaRouche, der die Marktkrise, die im Zusammenhang mit der Asienkrise steht, vorhergesagt hatte, erklärte, er habe bereits vor drei Jahren verschiedenen Institutionen, darunter auch der amerikanischen Regierung, einen Vorschlag und Plan für ein Neues Bretton Woods vorgelegt. Teil dieses Plans sei auch die Einführung von Devisenkontrollen als Antwort auf die Finanzkrise, mit der wir es seit Oktober letzten Jahres zu tun haben."

  Irakbesuch
Poul Rasmussen vom dänischen Schiller-Institut besuchte im April 1998 den Irak. Er hielt an der Fakultät für Handel und Wirtschaft der Universität Bagdad einen Vortrag über die Finanzkrise in Asien und die notwendige Neuordnung des Weltfinanz- und Währungssystems. Einer seiner Eindrücke:

"Was mir besonders auffiel, ist die Gelassenheit, mit der die Menschen diese Lage meistern. Ein stolzes Volk hat acht Jahre entsetzlicher Entbehrungen überstanden, ohne seine Würde zu verlieren, wozu wahrscheinlich nicht jede andere Gesellschaft fähig gewesen wäre. Das hängt wohl damit zusammen, daß die Iraker in 3000 Jahren viele schwere Prüfungen zu bestehen hatten und daher auch in der Lage sind, ihre Erfahrungen mit George Bush zu verkraften. Das war mein stärkster Eindruck: Menschen, die ihre Armut mit Stolz tragen."

"An der Universität von Bagdad ist man sehr darauf bedacht, zum Weltniveau aufzuholen; vergleichbar mit Menschen, die jahrelang in der Wüste gelebt haben, dürstet man nach Wissen. Von Professoren und Studenten bekam ich viele Nachfragen nach Lehrbüchern in englischer Sprache. Sie haben keine Lehrbücher und wären für alle Arten von Studienhilfen dankbar. Die Situation an den Universitäten führt deutlich vor Augen, daß der Mensch nicht vom Brot allein lebt, sondern von Ideen. Ich sprach mit einem Mitglied der Bagdader Astronomischen Gesellschaft und war überrascht, daß er nichts davon gehört hatte, daß es an den Polen des Mondes Wasser gibt. Auch hatte er letzten Sommer kein einziges Bild von der Pathfinder-Mission auf dem Mars gesehen. Humorvoll meinte er, sie hätten aber die unglaublichsten Bilder des Kometen Hale-Bopp gesehen, da diesen kein Embargo vom nächtlichen Himmel über der arabischen Wüste fernhalten konnte."

  Festrede bei Firmenjubiläum
Am 25. Mai 1998 feierte Horst Schmidt von der Firma Kartonagen Schmidt in Saarbrücken sein 85jähriges Firmenjubiläum zusammen mit seinem 75. Geburtstag. Zur Jubiläumsfeier waren ungefähr hundert Personen erschienen: Vertreter aus lokalen und nationalen Institutionen -- wie z.B. Banken und IHK --, der Bundestagsabgeordnete des Wahlkreises, ein Staatssekretär des Wirtschaftsministeriums, Pfarrer, Unternehmer- und Parteikollegen und viele Freunde. Die Vorsitzende des Schiller-Instituts hielt den Festvortrag zu dem Thema "Die eurasische Landbrücke als Motor weltweiter wirtschaftlicher Entwicklung".

  Afrika. Mahnwache vor ruandischer Botschaft
Das Schiller-Institut e.V. unterstützte am Freitag, dem 27. Mai 1998, eine Mahnwache vor der ruandischen Botschaft in Bonn, zu der verschiedene Organisationen, u.a. die FRD (Forces de Résistance pour la Démocratie -- Widerstandskräfte für die Demokratie) aufgerufen hatten. Anlaß war der Tod von Seth Sendashonga, dem ehemaligen Innenminister Ruandas, der in Nairobi/Kenia auf offener Straße ermordet worden war. Auch wenn die Lage an den Großen Seen aus dem unmittelbaren Blickfeld der Öffentlichkeit verschwunden ist, sind dort Krieg und Völkermord weiter an der Tagesordnung, und die Bevölkerung lebt in Angst und Schrecken. Das Schiller-Institut steht deshalb weiterhin an der Seite der Verfolgten, deren Zukunft nicht zuletzt davon abhängt, daß die Welt endlich Museveni, Kagame und Kabila die Unterstützung entzieht.

  Sommer-Akademie 1998 des Schiller-Instituts
"Die Weltgeschichte zum Besseren wenden", unter diesem Motto stand die diesjährige Sommer-Akademie des Schiller-Instituts, zu der sich am letzten Juli-Wochenende etwa 250 Mitglieder und Freunde aus ganz Europa versammelten. Zwei Tage lang wurde intensiv über die Herausforderungen diskutiert, die die gegenwärtige weltweite Krise an eine politische Bewegung stellt, die mit Ideen und Konzepten weltweit aktiv ist, um eine grundlegende Kursänderung zu erreichen. "Eine neue, gerechte Weltwirtschaftsordnung und die vertane Chance von 1989" war das Thema des einleitenden Vortrags der Vorsitzenden des Schiller-Instituts. 1989/90 hätten sich ungeheure Möglichkeiten zum wirtschaftlichen Wiederaufbau nicht nur ganz Deutschlands und Europas, sondern auch des Entwicklungssektors eröffnet, so Zepp-LaRouche. Nur einmal, nämlich mit der Erklärung des berühmten "Zehn-Punkte-Programms" am 27. November 1989, habe Kohl einen beherzten Schritt zu einer wirklich souveränen Politik gewagt, der weder mit den Alliierten noch mit dem Koalitionspartner FDP abgesprochen war. Als danach Bush, Thatcher und Mitterrand den Druck erhöhten und der sowjetische Außenminister erklärte, das Zehn-Punkte-Programm richte sich gegen sowjetische Interessen, gab Kohl nach. Die Regierung blieb bei der "praktischen Politik".

Zusätzlich zu den Vorträgen und Diskussionen gab es viele weitere Aktivitäten; so probten Chor und Orchester erstmals Teile von Mozarts c-moll-Messe. Der Samstagabend ist traditionell ein großer "Bunter Abend" mit klassischer Musik und Rezitation. Die Tradition der Sommer-Akademie des Schiller-Instituts soll auch in den nächsten Jahren fortgesetzt werden.

 

  Rebellion gegen Neoliberalismus in Brasilien.
Während ihrer dritten Brasilienreise seit 1989 nahm Frau Zepp-LaRouche an zahlreichen öffentlichen und privaten Veranstaltungen in Rio de Janeiro und Sao Paulo teil und diskutierte mit Spitzenpolitikern, Geschäftsleuten, Diplomaten, politischen Aktivisten, Ökonomen sowie aktiven Offizieren der brasilianischen Streitkräfte. Ihre Botschaft: Brasilien muß die Politik der Globalisierung zurückweisen und zugleich in einer Allianz souveräner Nationalstaaten für die Reorganisation des Weltfinanzsystems eine führende Rolle einnehmen.

· In Rio de Janeiro stellte Frau Zepp-LaRouche vor mehr als 100 Teilnehmern die auf portugiesisch erschienene Ausgabe von LaRouches Buch "Christentum und Wirtschaft" vor.

· Frau Zepp-LaRouche wurde von dem betagten, hochangesehenen "Doyen" des brasilianischen Journalismus, Dr. Barbosa Lima Sobrinho, herzlich empfangen. Der Brasilianische Presseverband (ABI), dem Dr. Barbosa vorsteht, spielt im antiglobalistischen Widerstand in Brasilien eine wichtige Rolle.

· In Sao Paulo, der Landeshauptstadt des am stärksten industrialisierten Gebietes in Brasilien und ganz Iberoamerika -- dieser brasilianische Bundesstaat allein erwirtschaftet ein größeres BIP als Argentinien --, fiel ihr Besuch mit einer Rebellion der dortigen Elite gegen die neoliberale Zerstörung von Industrie und Landwirtschaft zusammen. Bei einem Seminar des Instituts für Freiheit und wirtschaftlichen und sozialen Fortschritt wurde Frau Zepp-LaRouche vom Präsidenten Dr. José Carlos Graca Wagner begrüßt.

· Zum Abschluß ihrer Reise nahm Frau Zepp-LaRouche an einer Veranstaltung des Stadtrates von Sao Paulo zu Ehren des Präsidentschaftskandidaten der Partei für den nationalen Wiederaufbau (PRONA), Dr. Eneas Carneiro teil, dem die Ehrenbürgerwürde der Stadt verliehen wurde. Im Verlauf der Zeremonie hatte sie Gelegenheit, den 350 Teilnehmern die internationale Lage darzustellen.

Über den Besuch von Frau Zepp-LaRouche berichtete die einflußreiche Finanzzeitschrift Monitor Mercantil in ihrer Ausgabe vom 11. August. Außerdem erschien in dieser Zeitung am 18. August ein Interview mit Zepp-LaRouche.

 

Al-Arab veröffentlicht LaRouche-Memorandum
Die weitverbreitete arabischsprachige Tageszeitung Al-Arab International, die in London erscheint, veröffentlichte am 12. und 13. Oktober 1998 in zwei Teilen Lyndon LaRouches Memorandum Was jetzt zu tun ist. Die Zeitung brachte außerdem eine Kurzbeschreibung LaRouches und seiner Politik. Darin heißt es: LaRouche, der schon 1994 die Weltfinanzkrise vorhergesagt habe, sei bekannt als Streiter "gegen die britische imperiale Politik und ihre Partner in den USA wie Henry Kissinger und George Bush, während er gleichzeitig für die Schaffung einer neuen Weltwirtschaftsordnung eintritt, die darauf abzielt, durch die Einführung moderner Technologien in der Infrastruktur, Industrie und Landwirtschaft den Lebensstandard insbesondere der Nationen der Dritten Welt zu erhöhen."

  LaRouche muß Clintons Wirtschaftsberater werden!

In mehr als zehn Ländern und hundert Städten haben Mitglieder des Schiller-Instituts Unterschriften zur Unterstützung der amerikanischen Präsidentschaft gesammelt.
Am 13. und 20. Oktober 1998 fanden in Europa, Australien, Nord- und Südamerika Demonstrationen und Informationstische des Schiller-Instituts statt. Mitglieder und Freunde des Instituts unterstützten den amerikanischen Präsidenten Bill Clinton angesichts des "kalten Putschversuchs" und wollen Clinton gleichzeitig dazu bewegen, in der derzeitigen Weltfinanzkrise Lyndon LaRouche zu seinem Wirtschaftsberater zu ernennen. Der ehemalige Parlamentspräsident Georgiens, Prof. Dr. Vakhtang Goguadze, veröffentlichte in Tiflis einen Offenen Brief an Präsident Clinton, in dem es heißt: "Wie viele meiner Landsleute bin ich von der Philosophie und Wirtschaftstheorie Lyndon LaRouches tief beeindruckt. Der bekannte Politiker und Wissenschaftler LaRouche genießt in Georgien hohes Ansehen ... Wir glauben, daß es für die USA und deren neugewonnene Freunde von höchsten Nutzen wäre, wenn Sie LaRouche zu ihrem Wirtschaftsberater berufen."

  Dänemark
Am 22. Oktober 1998 veröffentlichte die größte dänische Tageszeitung, Jyllands Posten, einen Gastbeitrag des Vorsitzenden des dänischen Schiller-Instituts Poul Ejby Rasmussen. Dem Artikel zum Thema "Die Globalisierung ist nicht unfehlbar" wurde das folgende Zitat vorangestellt: Entweder setzen wir uns politisch mit dem gegenwärtigen Finanzsystem auseinander, das die Spekulationsfonds und Banken in ein groteskes "Casino Mondiale" verwandelt haben, oder wir werden Opfer eines verheerenden finanziellen und ökonomischen Zusammenbruchs, schreibt der Autor des Gastbeitrags.

  Appell: Frauen für die Seidenstraße
Am 14. November 1998 entstand die Initiative "Frauen für die Seidenstraße". In dem Aufruf heißt es u.a. "Kurz vor Ausbruch des ersten Golfkrieges 1991 erklärte Papst Johannes Paul II., aus diesem Krieg gebe 'es für die Menschheit keine Rückkehr'. Der Irak wurde 'in die Steinzeit zurückgebombt'ÿund damit das größte Industriepotential dieser Region zerstört. Viele Länder leiden heute noch unter den schweren wirtschaftlichen Konsequenzen. Der Vernichtung der Infrastruktur und dem jetzt seit sieben Jahren andauernden Embargo sind bis heute im Irak 1 Million Kinder zum Opfer gefallen; und alle acht Minuten stirbt ein weiteres Kind. Der Lebensstandard im Irak ist auf das der Länder südlich der Sahara gesunken. Ein erneuter Krieg unter den Bedingungen der anhaltenden globalen Finanzkrise würde die gesamte Region in die Apokalypse stürzen. (...) Wir brauchen eine reale Perspektive des 'Friedens durch Entwicklung'. Nur wenn die Welt zu realem Wirtschaftswachstum zurückkehrt, besteht eine realistische Hoffnung, die vielen akuten Krisenherde zu entschärfen.(...) Wir appellieren an die Regierungen weltweit, sich uns hierin anzuschließen."

Unterzeichnet von

Helga Zepp-LaRouche, Gründerin und Präsidentin, Schiller-Institut, Deutschland
Livia Turco, Kabinettsministerin für soziale Solidarität, Rom, Italien
Jany Hansal, "Desa", Dubrovnik, Kroatien
Slavica Bilic, ehem. Vorsitzende der Bewegung "Mütter für den Frieden", Zagreb, Kroatien
Faris Nanic, Generalsekretär der bosnischen Partei SDA für Kroatien, Zagreb, Kroatien
Mohammad Selim, Direktor, Zentrum für asiatische Studien, Universität Kairo, Ägypten
Nadia Fahmy, Universität Kairo, Ägypten
Ibrahim Arafat, Universität Kairo , Ägypten
Univ.-Prof. Dr. Gudrun Grabher, Innsbruck, Österreich
Amelia Boynton Robinson, Bürgerrechtlerin, USA
Ed Vaughn, Abgeordneter des Parlaments von Michigan, Detroit, USA
Marian Stepanian, Journalist, Armenien
Nelly Rychko, Journalistin, Ukraine
Prof. Dr. Natalja Witrenko, Wirtschaftswissenschaftlerin; Abgeordnete, Ukrainisches Parlament
Dr. Lydia Gordijenko, Wissenschaftlerin, Rußland
Dr. Nina V. Gromyko, Wissenschaftlerin; Chefredakteurin, Russian Analytical Review
Dr. Tatjana I. Korjagina, Wirtschaftswissenschaftlerin, Akademie für Naturwissenschaften; ehemalige Abgeordnete des russischen Parlaments
Dr. Jelena N. Weduta, Dozentin der Plechanow-Akademie für Ökonomie, Rußland
Dr. Stalina M. Beloserowa, Wiss. Mitarbeiterin des Instituts für Beschäftigungsprobleme, Russische Akademie der Wissenschaften
Tatjana Kandalaki, Wissenschaftlerin, Georgien
Berater:
Rev. Richard T. McSorley, SJ, Direktor, Zentrum für Friedensstudien, Georgetown University
Monsignor Elias El Hayek, Chorbischof, römisch-katholische Kirche, maronitischer Ritus
Honorable Clair Callan, ehemaliger Kongreßabgeordneter, Nebraska

  Internationale Konferenz des Schiller-Instituts

Geschichte machen!
Über 400 Mitglieder und Freunde des Schiller-Instituts aus 27 Ländern kamen am 21. und 22. November 1998 in Bad Schwalbach zusammen. LaRouche setzte in seinem Vortrag gleich zu Beginn den Ton: "Wird die jetzt herrschende politische Richtung beibehalten, dann werden die USA und Westeuropa mit Sicherheit untergehen; eine Gruppe asiatischer Staaten unter der Führung Chinas, und vielleicht auch Rußland, werden möglicherweise als einzige den unmittelbar bevorstehenden Kollaps des globalen Finanzsystems überleben."

Anhand des pädagogischen Modells der von ihm entwickelten "Typischen Kollapsfunktion" oder "Tripelkurve", zeigte LaRouche die tieferen Ursachen der augenblicklichen Zivilisationskrise auf, die er vor allem in dem "Paradigmawandel" lokalisierte, der vor rund 30 Jahren in den entwickelten Industriestaaten eingeführt wurde. Als Ursachen für die gegenwärtige Krise nannte er die Zersetzung des von Franklin Delano Roosevelt errichteten Bretton-Woods-Systems, die damit einhergehende zunehmende Dominanz der Finanzspekulation weltweit, eine irrational bis absurde Technologiefeindlichkeit, die weltweit zur weitgehenden Zerstörung von Landwirtschaft und Industrie geführt hat, und vor allem die Zerstörung des an den Idealen der klassischen Kultur ausgerichteten Erziehungs- und Bildungssystems.

"Typisch für die Zerstörung der kognitiven Fähigkeiten einer ganzen Generation von Schülern und Studenten waren die sog. ,Brandtschen Reformen', die das vorbildliche Humboldtsche Erziehungssystem in Deutschland abschafften." Mit dem (nur scheinbaren) Paradox: "Wir brauchen ein Erziehungssystem, in dem unsere Kinder nichts (auswendig) lernen, aber alles wissen (nämlich im eigenen Kopf nachvollzogen haben)", umriß LaRouche die Aufgaben, die nicht nur an eine neue Bildungspolitik, sondern auch an eine neue internationale Wirtschaftspolitik bzw. an eine neue gerechte Weltwirtschaftsordnung gestellt werden. "Es geht um die Erzeugung, Assimilierung und Umsetzung neuer, großer Ideen, Ideen wie den Aufbau eines neuen globalen Finanzsystems, die Eurasische Landbrücke etc., die unsere Zivilisation vor dem Zusammenbruch bewahren und eine neue Renaissance einleiten."

  Indien: LaRouches "Kollapsfunktion" macht Politik
Auf einem Seminar in Neu-Delhi am 27.-29. November 1998, das gemeinsam vom russischen Zentrum für Wissenschaft und Kultur und dem indischen Sozialwissenschaftlichen Forschungsrat veranstaltet wurde, diskutierten hochrangige Vertreter Rußlands und Indiens über Fragen der Stabilität und Sicherheit in Asien. Dabei setzte sich Prof. Titarenko, Direktor des russischen Instituts für Fernoststudien, für die Weiterentwicklung der indisch-russisch-chinesischen Beziehungen ein und warnte davor, bilaterale Probleme auf Kosten des anderen Landes zu lösen.

Interessanterweise sprach am Ende des Seminars der politische Korrespondent von Rossiiskaja Gaseta A.D. Sabow über die internationale Finanzkrise, die nicht nur Rußland, sondern die gesamte Welt erfaßt habe. Dabei benutzte er LaRouches "Typische Kollapsfunktion", um die Ursache der heutigen Probleme zu erläutern, die er vor allem in der völlig außer Kontrolle geratenen Derivatspekulation sah. Im Anschluß an seine Bemerkungen sah sich der Seminarleiter Prof. Kaushik zu einer klärenden Anmerkung genötigt: Sabow habe zwar vollkommen recht, doch hätte er erwähnen sollen, woher er diese Informationen habe. Seine Quelle seien eindeutig die Arbeiten Lyndon LaRouches, der in seiner bekannten "Neunten Vorhersage" von 1994 den jetzt stattfindenden Finanzkollaps vorausgesagt hätte. Und Kaushik fügte hinzu, es sei heute dringender denn je, eine neue internationale Wirtschaftsordnung zu formulieren, die allen Ländern der Welt eine wirtschaftliche Entwicklung ermögliche.

  Ägypten

Brückenkopf zwischen Eurasien und Afrika

Ägypten baut Dutzende neuer Großstädte

Auf einem Seminar an der Universität Kairo, das vom Zentrum für Asienstudien, dem Zentrum für Afrikastudien sowie der Fakultät für wirtschafts- und politische Wissenschaften veranstaltet wurde, sprachen Vertreter der Nachrichtenagentur EIR und des Schiller-Instituts im Dezember 1998 über Perspektiven der Beteiligung Ägyptens an der Eurasischen Landbrücke. In seiner vieltausendjährigen Geschichte war Ägypten immer ein fruchtbarer Boden für die Kultivierung neuer Ideen aus verschiedensten Teilen der Welt, die zur Entwicklung der gesamten Zivilisation beitrugen. Indem Ägypten heute zwischen dem eurasischen Kontinent und den unterentwickelten Potentialen Afrikas vermittelt, könnte es an die großartigsten Epochen seiner Geschichte anknüpfen.