Konferenz in Kabul treibt „Operation Ibn Sina“ voran
Das Schiller-Institut beteiligte sich an einer Konferenz über
die Schaffung eines „afghanischen Wirtschaftswunders“.
(E.I.R. Daily Alert, 7.11.2023) – In der vergangenen Woche fand in der
afghanischen Hauptstadt Kabul eine bahnbrechende Konferenz statt, die
Afghanistan dabei helfen soll, zum neuen Paradigma der Nationen
aufzuschließen, die eine schöne Zukunft der Zusammenarbeit und
wirtschaftlichen Entwicklung anstreben. Unter dem Titel „Das afghanische
Wirtschaftswunder erschaffen“ fand die Konferenz vom 6. bis 8. November statt
und zog Wissenschaftler und Gäste aus ganz Afghanistan und aus anderen Teilen
der Welt an. Sie wurde vom Ibn Sina Research and Development Center
(Ibn-Sina-Forschungs- und Entwicklungszentrum) ausgerichtet mit dem erklärten
Ziel, „einen umfassenden Plan für den wirtschaftlichen Wiederaufbau des ganzen
Landes vorzulegen, mit dem Ziel, aus Afghanistan in absehbarer Zeit in ein
Land mit mittlerem Einkommen zu machen“.
Wie Xinhua berichtet, eröffnete der amtierende afghanische
Vizeaußenminister für politische Angelegenheiten, Sher Mohammad Abbas
Stanekzai, die Veranstaltung und rief in- und ausländische Unternehmen dazu
auf, in dem vom Krieg verwüsteten Land zu investieren. Er forderte die im
Ausland lebenden Afghanen auf, „nach Hause zurückzukehren und mitzuhelfen, ihr
Land wiederaufzubauen“. Unter den rund 600 Teilnehmern waren zahlreiche, z.T.
prominente Regierungsmitglieder, darunter der stellvertretenden
Ministerpräsident und mehrere stellvertretende Minister. Ein Teilnehmer
äußerte sich nach dem ersten Veranstaltungstag folgendermaßen: „Es war
erstaunlich informativ, mit allen zu sprechen. Man hat wirklich das Gefühl,
daß Afghanistan seine Zukunft selbst in die Hand nimmt. Es gab keine
finanzielle Unterstützung aus dem Ausland.“
Eine Delegation des Schiller-Instituts war unter den Teilnehmern und hielt
im Verlauf der Konferenz Vorträge zu verschiedenen Fragen des wirtschaftlichen
Wiederaufbaus des Landes.
In der Pressemitteilung des Ibn-Sina-Forschungs- und Entwicklungszentrums
vom 6. November heißt es:
„Natürlich muß die Linderung und spätere Beseitigung der humanitären Krise
Priorität haben. Aber das wird nur dann dauerhaft erfolgreich sein, wenn es
ein landesweites Programm für grundlegende Infrastrukturen wie Verkehr,
Energie, Wasserwirtschaft, Kommunikation, Bildung und Gesundheitsversorgung
gibt. Nur wenn diese Grundlagen im ganzen Land aufgebaut werden, können eine
produktive Landwirtschaft und Industrie entwickelt werden. Zu diesem Zweck
wird die Konferenz den Wirtschaftsplan ,Operation Ibn Sina: Das kommende
Wirtschaftswunder in Afghanistan‘ vorstellen, der von ehrenamtlichen Ökonomen
des Schiller-Instituts ausgearbeitet und afghanischen Experten im Ausland und
in Afghanistan zur Verfügung gestellt wurde, um die Ziele zu analysieren und
zu priorisieren.
Die Umwandlung Afghanistans in eine stabile, wohlhabende Nation liegt auch
im Interesse aller Nachbarn des Landes, da die geographische Lage Afghanistans
das Land zu einem organischen Knotenpunkt für einen Großteil des Verkehrs und
Handels zwischen Zentralasien, Südasien und Südwestasien macht. Die Einbindung
Afghanistans in die Korridore und Infrastrukturprojekte der Gürtel- und
Straßen-Initiative liegt im Interesse ganz Eurasiens wie auch
Afghanistans.
Dieses Programm und diese Sichtweise stehen in der Tradition eines der
größten Söhne Afghanistans, Ibn Sina, dessen Vater in Balch im Norden des
Landes geboren wurde und der einer der größten Ärzte und Universaldenker aller
Zeiten war. Eine Konferenz mit diesen Zielen zu seinen Ehren abzuhalten, ist
eine hervorragende Metapher für eine reiche und schöne Zukunft
Afghanistans!“
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