Friedrich Schiller Denkmal
Friedrich Schiller



       

"Zweck der Menschheit ist kein anderer als die
Ausbildung der Kräfte des Menschen, Fortschreitung."
Friedrich Schiller

  Jahrgang 2009 Helga Zepp-LaRouche

Helga Zepp-LaRouche

Helga Zepp-LaRouche

Vorsitzende des Schiller-Instituts, Vereinigung für Staatskunst e.V.

Helga Zepp-LaRouche wurde am 25. August 1948 in Trier geboren. Nach dem Abitur 1968 durchlief sie in Hamburg und Hannover eine Ausbildung als Journalistin. Als sie ihre Volontärzeit bei der Hannoverschen Presse beendet hatte, arbeitete sie als freie Journalistin.

1971 reiste sie als eine der ersten europäischen Journalisten nach dem Höhepunkt der Kulturrevolution mehrere Monate lang durch China.

Nach ihrer Rückkehr begann sie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität Berlin Politische Wissenschaften, Geschichte und Philosophie zu studieren. Später setzte sie ihre Studien an den Universitäten Frankfurt/Main und Mainz fort.

Seit 1977 ist sie mit Lyndon H. LaRouche verheiratet. Gemeinsam mit ihrem Mann führten sie seitdem ihre politischen Aktivitäten in viele Länder Asiens, Europas, Iberoamerikas, Afrikas und durch fast alle Staaten der USA. Dabei arbeitete sie mit zahlreichen Politikern, u.a. Indira Gandhi (Indien) und Lopez Portillo (Mexiko) zusammen.

1974 Gründungsmitglied (und Bundesvorsitzende) der Europäischen Arbeiterpartei.

1982 Gründerin des Club of Life als Gegenpol zum Club of Rome.

1984 Gründerin des Schiller-Instituts, Vereinigung für Staatskunst e.V., mit dem Ziel der Errichtung einer neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung und einer weltweiten humanistischen Renaissance.

Seit 1992 Bundesvorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität.

1994 Mitverfasserin des Konzepts der Eurasischen Landbrücke, demzufolge die rasch voranschreitende Wirtschaftsentwicklung entlang der "modernen Seidenstraßen" ein immenses Potential für die euro-asiatische Zusammenarbeit im Bereich der produktiven Wirtschaft eröffnet.

Im Mai 1996 Rednerin auf einer Konferenz über "Wirtschaftliche Entwicklung der Regionen entlang der neuen Eurasischen Landbrücke" in Peking.

Im Februar 1997 Verfasserin des Appells für die Schaffung eines Neuen Bretton Woods, der mittlerweile von Tausenden Persönlichkeiten weltweit mitgetragen wird.

Im Frühjahr 1999 zusammen mit Faris Nanic, dem ehem. Kabinettschef des bosnischen Präsidenten Izetbegovic, Initiatorin des Aufrufs "Frieden durch Entwicklung für den Balkan", in dem ein umfassender (Wieder-)Aufbau der Infrastruktur ganz Südosteuropas gefordert wird.

Bereits im Herbst 1999 wies sie auf einer internationalen Konferenz in den USA auf die alarmierende Tatsache hin, daß die Gewalt- und Killervideos für Jugendliche bzw. deren "Einstiegsdrogen" wie Pokémon und Nintendo ursprünglich von der US-Armee für militärische Trainingszwecke entwickelt wurden - was ihre unheuere Effizienz erklärt - und forderte ein weltweites Verbot der Produktion und Verbreitung dieser Filme bzw. Computerspiele.

Nach dem 11. September 2001 trat sie energisch dafür ein, die Wahrheit über die Hintermänner der Anschläge und deren eigentlichen (geopolitischen) Motive herauszufinden; in diesem Zusammenhang rief sie zu einem internationalen "Dialog der Kulturen" auf, um dem von interessierter Seite (Brzezinski, Huntington, etc.) immer lauter werdenden Ruf nach einem - angeblich unvermeidlichen - "Krieg der Zivilisationen" die Stimme der Vernunft entgegenzusetzen.

Wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte

Wissenschaftlich beschäftigte sie sich besonders mit Nikolaus von Kues und Friedrich Schiller, mit der deutschen Klassik, der humanistischen Tradition der Universalgeschichte und mit dem Konfuzianismus. Zu diesen Themen liegen umfangreiche schriftliche Arbeiten von ihr vor.

Im Oktober 1977 schrieb sie für den internationalen Kues-Kongreß in Trier über "Nikolaus von Kues und seine Bedeutung für die heutige Erziehung". In allen ihren Reden und Artikeln bezieht sie sich immer wieder auf Ideen aus Kues' Gesamtwerk. 1987 wird ihre Schrift "Über die Süßigkeit der Wahrheit" veröffentlicht, in der sie sich mit Kues' Vorstellung von der menschlichen Teilhabe an Gott, der Schrift "De visione Dei", auseinandersetzt.

1989 organisiert sie anläßlich des 550. Jahrestages des Konzils von Florenz in Rom eine Konferenz über "Nikolaus von Kues und das Konzil von Florenz". 1993 entwickelt sie Kues' Ideen für eine Rede, die sie an der "Russian State University for the Humanities" hält: "Nicolaus of Cusa and the Conceptual Basis for a Renaissance in Russia Today".

Im April 1979 hatte Zepp-LaRouche eine erste große Studie über "Das geheime Wissen des Friedrich Schiller" veröffentlicht. Im November 1980 organisierte sie ein mehrtägiges Schiller-Symposium in Mannheim, "Friedrich Schiller und die heutige Kultur, Dichtung, Erziehung, Theater", zu dessen Höhepunkten ein Schiller-Abend mit Will Quadflieg und eine Podiumsdiskussion über Krise und Zukunft des klassischen Theaters mit Prof. Benno von Wiese, Will Quadflieg, Peter Otten u.a. gehörten. Die Beschäftigung mit Schillers Gesamtwerk ist ein Leitfaden in Zepp-LaRouches Reden und Schriften.

Im Sommer 1984 gründete sie das Schiller-Institut, das sich die Überzeugung des Dichters zu eigen gemacht hat, daß der "Zweck der Menschheit kein anderer als die Ausbildung der Kräfte des Menschen, Fortschreitung" ist. Zepp-LaRouches Thema im Juli 1985 bei einer großen Konferenz in Washington: "Schiller legte die konzeptionellen und ästhetischen Grundlagen für die Wissenschaft des 19. Jahrhunderts". In einem Essay aus dieser Zeit legt sie ihre Vorstellungen "über die Rezitation klassischer Gedichte" dar. Zehn Jahre später bearbeitet sie das Thema "Poesie und Musik" anhand der "motivischen Durchkomponierung am Beispiel von Friedrich Schillers ,Lied von der Glocke'". Auf ihre Initiative ist es zurückzuführen, daß jedes Jahr im November zu Ehren von Schillers Geburtstag in vielen Städten und Ländern der Welt die "Schiller-Feiern" wiederbelebt wurden. Im Sommer 1995 sprach sie vor Jugendlichen aus vielen Ländern Europas über Schillers Universalgeschichte, in der er das Verhältnis von Individuum und Geschichte zusammenfaßt.

1981 hat sich Zepp-LaRouche in dem Artikel "Die Klassik und die Republik" mit den Prinzipien der Staatskunst befaßt. Sie betonte damals in vielen Reden und Artikeln die Modernität des Humboldtschen Bildungsideals und die Bedeutung des Naturrechts für die klassische Staatskunst. In ihrer Rede bei dem von ihr angeregten Symposium in Mainz, "Republik -- Naturrecht -- Staatskunst", beschäftigte sie sich im Juni 1982 mit der "Bedeutung des Naturrechts vom Standpunkt der Naturwissenschaft". Jahre später spricht sie vor einem internationalen Publikum bei der Konferenz des Schiller-Instituts am 3. Dezember 1995 in Eltville über das Thema: "Die Völkergemeinschaft muß sich auf das Naturrecht gründen".

Bereits Anfang der achtziger Jahre hatte Zepp-LaRouche den besonders in der Bundesrepublik Deutschland um sich greifenden Kulturpessimismus angegriffen, den sie als zerstörerische "Geisteskrankheit" bezeichnet. Im Sommer 1982 identifiziert sie in einer Broschüre gegen "die grüne Gefahr" Nietzsche als Stammvater der grünen Gegenkultur, sie schreibt über "die historischen Wurzeln des grünen Faschismus". In einer Konferenzrede im September 1994 setzt sie sich mit der Ideologie Martin Heideggers auseinander. Bei der Konferenz des Schiller-Instituts im Dezember 1994 greift sie "Die Konservative Revolution" als "eine oligarchische Gegenbewegung zur Renaissance" scharf an.

Helga Zepp-LaRouches Weltanschauung ist von Optimismus geprägt, den sie vor kurzem so beschrieb: "Mein Optimismus kommt aus der Überzeugung, daß wir in dieser großen weltgeschichtlichen Auseinandersetzung die Oberhand gewinnen werden. Und diese Überzeugung entstammt einer philosophischen Idee des Nikolaus von Kues, daß nämlich concordantia, Einigkeit, im Makrokosmos nur möglich ist, wenn alle Mikrokosmen sich entwickeln. Mit anderen Worten: Frieden in der Welt kann es nur geben, und die Zivilisation kann nur weitergehen, wenn alle Nationen die Möglichkeit haben, sich voll zu entfalten."




Ausgewählte Bibliographie:


  • Die Klassik und die Republik., Ibykus 1.Jg., Nr.1, 1.1.81, Seite 9.
  • Die Modernität des Humboldtschen Bildungsideals, Ibykus 1.Jg., Nr.2, 1.9.81, Seite 45.
  • Kulturpessimismus: Eine Geisteskrankheit., Ibykus 2.Jg., Nr.2, 1.6.82, Seite 52.
  • Die Bedeutung des Naturrechts vom Standpunkt der Naturwissenschaften, Ibykus 2.Jg., Nr.3, 1.11.82, Seite 6.
  • Club of Life: Recht auf Leben für alle auf dieser Erde., Ibykus 3.Jg., Nr.5, 1.1.83, Seite 6.
  • Europäischer Republikanismus und die amerikanische Revolution, Ibykus 3.Jg., Nr.9, 1.1.84, Seite 31.
  • Für ein Zeitalter der Vernunft.Rede auf der 1. Internationalen Konferenz des Schiller-Instituts, Ibykus 3.Jg., Nr.10, 1.1.84, Seite 7.
  • Für die unveräußerlichen Rechte aller Menschen!, Ibykus 3.Jg., Nr.11, 1.1.84, Seite 6.
  • Warum das "Schiller-Institut, Institut für .republikanische Außenpolitik"seinen Namen hat, Ibykus 3.Jg., Nr.11, 1.1.84, Seite 18.
  • Über die Rezitation klassischer Gedichte, Ibykus 4.Jg., Nr.0, 1.1.85, Seite 21.
  • Schönheit und Freiheit, Ibykus 6.Jg., Nr.19, 1.1.87, Seite 9.
  • Frieden heißt Entwicklung-Zur Wirkungsgeschichte von Populorum Progess. Ibykus 6.Jg., Nr.20, 1.4.87, Seite 7.
  • Die Cusanusstadt. Eine neue Wissenschaftsstadt, Ibykus 6.Jg., Nr.21, 1.7.87, Seite 7.
  • Über die Süßigkeit der Wahrheit, Ibykus 6.Jg., Nr.22, 1.10.87, Seite 6.
  • Die allgemeine Gültigkeit ästhetischer Gesetze, Ibykus 7.Jg., Nr.0, 1.8.88, Seite 18.
  • Dichtung und Agape. Betrachtungen über Schiller und Goethe., Ibykus 7.Jg., Nr.23, 1.1.88, Seite 6.
  • Die Aktualität des Nikolaus von Kues für die Gegenwart, Ibykus 8.Jg., Nr.27, 1.4.89, Seite 7.
  • Die Stimmung als Schlüssel zur Interpretation., Ibykus 8.Jg., Nr.29, 1.10.89, Seite 8.
  • Souveränität als Voraussetzung der Freiheit, Ibykus 9.Jg., Nr.32, 1.7.90, Seite 7.
  • Europa eine Seele und ein Ziel geben: dt.-frz.Erklärung (25.8.1993), Ibykus 12.Jg., Nr.44, 1.7.93, Seite 34.
  • Für einen Dialog der monotheistischen Religionen, Ibykus 13.Jg., Nr.46, 1.1.94, Seite 25.
  • Wirtschaftswissenschaft und Schöpfungsgesetz, Ibykus 13.Jg., Nr.48, 1.7.94, Seite 51.
  • Die Angst des Irdischen von sich zu werfen ..., Ibykus 13.Jg., Nr.49, 1.10.94, Seite 15.
  • Die Konservative Revolution-eine oligarch.Gegenbewegung zur Renaissance, Ibykus 14.Jg., Nr.50, 1.1.95, Seite 6.
  • Geschichte als Tragödie-Lehren aus der Vorgeschichte des 1.Weltkriegs, Ibykus 14.Jg., Nr.51, 1.4.95, Seite 41.
  • Warum wir eine kulturelle Renaissance brauchen, Ibykus 14.Jg., Nr.53, 1.10.95, Seite 15.
  • Poesie u.Musik. Motivische Durchkomponierung am Beispiel v. F. Schillers Glocke, Ibykus 14.Jg., Nr.53, 1.10.95, Seite 41.
  • Aufruf zur Rettung der Kinder in Bosnien-Herzegowina, Ibykus 15.Jg., Nr.54, 1.1.96, Seite 4.
  • China nach 25 Jahren: Optimismus und Entwicklungswille, Ibykus 15.Jg., Nr.56, 1.7.96, Seite 6.
  • LaRouche muß rehabilitiert werden!, Ibykus 16.Jg., Nr.59, 1.4.97, Seite 32.

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