Helga Zepp-LaRoucheVorsitzende des
Schiller-Instituts, Vereinigung für Staatskunst e.V.Helga
Zepp-LaRouche wurde am 25. August 1948 in Trier geboren. Nach dem
Abitur 1968 durchlief sie in Hamburg und Hannover eine Ausbildung als
Journalistin. Als sie ihre Volontärzeit bei der Hannoverschen Presse
beendet hatte, arbeitete sie als freie Journalistin.
1971
reiste sie als eine der ersten europäischen Journalisten nach dem
Höhepunkt der Kulturrevolution mehrere Monate lang durch China.
Nach
ihrer Rückkehr begann sie am Otto-Suhr-Institut der Freien Universität
Berlin Politische Wissenschaften, Geschichte und Philosophie zu
studieren. Später setzte sie ihre Studien an den Universitäten
Frankfurt/Main und Mainz fort.
Seit 1977 ist sie mit Lyndon H.
LaRouche verheiratet. Gemeinsam mit ihrem Mann führten sie seitdem ihre
politischen Aktivitäten in viele Länder Asiens, Europas, Iberoamerikas,
Afrikas und durch fast alle Staaten der USA. Dabei arbeitete sie mit
zahlreichen Politikern, u.a. Indira Gandhi (Indien) und Lopez Portillo
(Mexiko) zusammen.
1974 Gründungsmitglied (und Bundesvorsitzende) der Europäischen Arbeiterpartei.
1982 Gründerin des Club of Life als Gegenpol zum Club of Rome.
1984
Gründerin des Schiller-Instituts, Vereinigung für Staatskunst e.V., mit
dem Ziel der Errichtung einer neuen gerechten Weltwirtschaftsordnung
und einer weltweiten humanistischen Renaissance.
Seit 1992 Bundesvorsitzende der Bürgerrechtsbewegung Solidarität.
1994
Mitverfasserin des Konzepts der Eurasischen Landbrücke, demzufolge die
rasch voranschreitende Wirtschaftsentwicklung entlang der "modernen
Seidenstraßen" ein immenses Potential für die euro-asiatische
Zusammenarbeit im Bereich der produktiven Wirtschaft eröffnet.
Im
Mai 1996 Rednerin auf einer Konferenz über "Wirtschaftliche Entwicklung
der Regionen entlang der neuen Eurasischen Landbrücke" in Peking.
Im
Februar 1997 Verfasserin des Appells für die Schaffung eines Neuen
Bretton Woods, der mittlerweile von Tausenden Persönlichkeiten weltweit
mitgetragen wird.
Im Frühjahr 1999 zusammen mit Faris Nanic,
dem ehem. Kabinettschef des bosnischen Präsidenten Izetbegovic,
Initiatorin des Aufrufs "Frieden durch Entwicklung für den Balkan", in
dem ein umfassender (Wieder-)Aufbau der Infrastruktur ganz
Südosteuropas gefordert wird.
Bereits im Herbst 1999 wies sie
auf einer internationalen Konferenz in den USA auf die alarmierende
Tatsache hin, daß die Gewalt- und Killervideos für Jugendliche bzw.
deren "Einstiegsdrogen" wie Pokémon und Nintendo ursprünglich von der
US-Armee für militärische Trainingszwecke entwickelt wurden - was ihre
unheuere Effizienz erklärt - und forderte ein weltweites Verbot der
Produktion und Verbreitung dieser Filme bzw. Computerspiele.
Nach
dem 11. September 2001 trat sie energisch dafür ein, die Wahrheit über
die Hintermänner der Anschläge und deren eigentlichen (geopolitischen)
Motive herauszufinden; in diesem Zusammenhang rief sie zu einem
internationalen "Dialog der Kulturen" auf, um dem von interessierter
Seite (Brzezinski, Huntington, etc.) immer lauter werdenden Ruf nach
einem - angeblich unvermeidlichen - "Krieg der Zivilisationen" die
Stimme der Vernunft entgegenzusetzen.
Wissenschaftliche Arbeitsschwerpunkte
Wissenschaftlich
beschäftigte sie sich besonders mit Nikolaus von Kues und Friedrich
Schiller, mit der deutschen Klassik, der humanistischen Tradition der
Universalgeschichte und mit dem Konfuzianismus. Zu diesen Themen liegen
umfangreiche schriftliche Arbeiten von ihr vor.
Im Oktober 1977
schrieb sie für den internationalen Kues-Kongreß in Trier über
"Nikolaus von Kues und seine Bedeutung für die heutige Erziehung". In
allen ihren Reden und Artikeln bezieht sie sich immer wieder auf Ideen
aus Kues' Gesamtwerk. 1987 wird ihre Schrift "Über die Süßigkeit der
Wahrheit" veröffentlicht, in der sie sich mit Kues' Vorstellung von der
menschlichen Teilhabe an Gott, der Schrift "De visione Dei",
auseinandersetzt.
1989 organisiert sie anläßlich des 550.
Jahrestages des Konzils von Florenz in Rom eine Konferenz über
"Nikolaus von Kues und das Konzil von Florenz". 1993 entwickelt sie
Kues' Ideen für eine Rede, die sie an der "Russian State University for
the Humanities" hält: "Nicolaus of Cusa and the Conceptual Basis for a
Renaissance in Russia Today".
Im April 1979 hatte
Zepp-LaRouche eine erste große Studie über "Das geheime Wissen des
Friedrich Schiller" veröffentlicht. Im November 1980 organisierte sie
ein mehrtägiges Schiller-Symposium in Mannheim, "Friedrich Schiller und
die heutige Kultur, Dichtung, Erziehung, Theater", zu dessen
Höhepunkten ein Schiller-Abend mit Will Quadflieg und eine
Podiumsdiskussion über Krise und Zukunft des klassischen Theaters mit
Prof. Benno von Wiese, Will Quadflieg, Peter Otten u.a. gehörten. Die
Beschäftigung mit Schillers Gesamtwerk ist ein Leitfaden in
Zepp-LaRouches Reden und Schriften.
Im Sommer 1984 gründete sie
das Schiller-Institut, das sich die Überzeugung des Dichters zu eigen
gemacht hat, daß der "Zweck der Menschheit kein anderer als die
Ausbildung der Kräfte des Menschen, Fortschreitung" ist. Zepp-LaRouches
Thema im Juli 1985 bei einer großen Konferenz in Washington: "Schiller
legte die konzeptionellen und ästhetischen Grundlagen für die
Wissenschaft des 19. Jahrhunderts". In einem Essay aus dieser Zeit legt
sie ihre Vorstellungen "über die Rezitation klassischer Gedichte" dar.
Zehn Jahre später bearbeitet sie das Thema "Poesie und Musik" anhand
der "motivischen Durchkomponierung am Beispiel von Friedrich Schillers
,Lied von der Glocke'". Auf ihre Initiative ist es zurückzuführen, daß
jedes Jahr im November zu Ehren von Schillers Geburtstag in vielen
Städten und Ländern der Welt die "Schiller-Feiern" wiederbelebt wurden.
Im Sommer 1995 sprach sie vor Jugendlichen aus vielen Ländern Europas
über Schillers Universalgeschichte, in der er das Verhältnis von
Individuum und Geschichte zusammenfaßt.
1981 hat sich
Zepp-LaRouche in dem Artikel "Die Klassik und die Republik" mit den
Prinzipien der Staatskunst befaßt. Sie betonte damals in vielen Reden
und Artikeln die Modernität des Humboldtschen Bildungsideals und die
Bedeutung des Naturrechts für die klassische Staatskunst. In ihrer Rede
bei dem von ihr angeregten Symposium in Mainz, "Republik -- Naturrecht
-- Staatskunst", beschäftigte sie sich im Juni 1982 mit der "Bedeutung
des Naturrechts vom Standpunkt der Naturwissenschaft". Jahre später
spricht sie vor einem internationalen Publikum bei der Konferenz des
Schiller-Instituts am 3. Dezember 1995 in Eltville über das Thema: "Die
Völkergemeinschaft muß sich auf das Naturrecht gründen".
Bereits
Anfang der achtziger Jahre hatte Zepp-LaRouche den besonders in der
Bundesrepublik Deutschland um sich greifenden Kulturpessimismus
angegriffen, den sie als zerstörerische "Geisteskrankheit" bezeichnet.
Im Sommer 1982 identifiziert sie in einer Broschüre gegen "die grüne
Gefahr" Nietzsche als Stammvater der grünen Gegenkultur, sie schreibt
über "die historischen Wurzeln des grünen Faschismus". In einer
Konferenzrede im September 1994 setzt sie sich mit der Ideologie Martin
Heideggers auseinander. Bei der Konferenz des Schiller-Instituts im
Dezember 1994 greift sie "Die Konservative Revolution" als "eine
oligarchische Gegenbewegung zur Renaissance" scharf an.
Helga
Zepp-LaRouches Weltanschauung ist von Optimismus geprägt, den sie vor
kurzem so beschrieb: "Mein Optimismus kommt aus der Überzeugung, daß
wir in dieser großen weltgeschichtlichen Auseinandersetzung die
Oberhand gewinnen werden. Und diese Überzeugung entstammt einer
philosophischen Idee des Nikolaus von Kues, daß nämlich concordantia,
Einigkeit, im Makrokosmos nur möglich ist, wenn alle Mikrokosmen sich
entwickeln. Mit anderen Worten: Frieden in der Welt kann es nur geben,
und die Zivilisation kann nur weitergehen, wenn alle Nationen die
Möglichkeit haben, sich voll zu entfalten."
Ausgewählte
Bibliographie:
- Die Klassik und die
Republik., Ibykus 1.Jg., Nr.1, 1.1.81, Seite 9.
- Die Modernität des Humboldtschen Bildungsideals, Ibykus
1.Jg., Nr.2, 1.9.81, Seite 45.
- Kulturpessimismus: Eine Geisteskrankheit., Ibykus
2.Jg., Nr.2, 1.6.82, Seite 52.
- Die Bedeutung des Naturrechts vom Standpunkt der
Naturwissenschaften, Ibykus 2.Jg., Nr.3, 1.11.82,
Seite 6.
- Club of Life: Recht auf Leben für alle auf dieser
Erde., Ibykus 3.Jg., Nr.5, 1.1.83, Seite 6.
- Europäischer Republikanismus und die amerikanische
Revolution, Ibykus 3.Jg., Nr.9, 1.1.84, Seite 31.
- Für ein Zeitalter der Vernunft.Rede auf der 1.
Internationalen Konferenz des Schiller-Instituts, Ibykus
3.Jg., Nr.10, 1.1.84, Seite 7.
- Für die unveräußerlichen Rechte aller Menschen!, Ibykus
3.Jg., Nr.11, 1.1.84, Seite 6.
- Warum das "Schiller-Institut, Institut für
.republikanische Außenpolitik"seinen Namen hat, Ibykus
3.Jg., Nr.11, 1.1.84, Seite 18.
- Über die Rezitation klassischer Gedichte, Ibykus
4.Jg., Nr.0, 1.1.85, Seite 21.
- Schönheit und Freiheit, Ibykus
6.Jg., Nr.19, 1.1.87, Seite 9.
- Frieden heißt Entwicklung-Zur Wirkungsgeschichte
von Populorum Progess. Ibykus 6.Jg., Nr.20, 1.4.87,
Seite 7.
- Die Cusanusstadt. Eine neue Wissenschaftsstadt, Ibykus
6.Jg., Nr.21, 1.7.87, Seite 7.
- Über die Süßigkeit der Wahrheit, Ibykus
6.Jg., Nr.22, 1.10.87, Seite 6.
- Die allgemeine Gültigkeit ästhetischer Gesetze, Ibykus
7.Jg., Nr.0, 1.8.88, Seite 18.
- Dichtung und Agape. Betrachtungen über Schiller
und Goethe., Ibykus 7.Jg., Nr.23, 1.1.88, Seite 6.
- Die Aktualität des Nikolaus von Kues für die
Gegenwart, Ibykus 8.Jg., Nr.27, 1.4.89, Seite 7.
- Die Stimmung als Schlüssel zur Interpretation., Ibykus
8.Jg., Nr.29, 1.10.89, Seite 8.
- Souveränität als Voraussetzung der Freiheit, Ibykus
9.Jg., Nr.32, 1.7.90, Seite 7.
- Europa eine Seele und ein Ziel geben:
dt.-frz.Erklärung (25.8.1993), Ibykus 12.Jg.,
Nr.44, 1.7.93, Seite 34.
- Für einen Dialog der monotheistischen Religionen, Ibykus
13.Jg., Nr.46, 1.1.94, Seite 25.
- Wirtschaftswissenschaft und Schöpfungsgesetz, Ibykus
13.Jg., Nr.48, 1.7.94, Seite 51.
- Die Angst des Irdischen von sich zu werfen ..., Ibykus
13.Jg., Nr.49, 1.10.94, Seite 15.
- Die Konservative Revolution-eine
oligarch.Gegenbewegung zur Renaissance, Ibykus
14.Jg., Nr.50, 1.1.95, Seite 6.
- Geschichte als Tragödie-Lehren aus der
Vorgeschichte des 1.Weltkriegs, Ibykus 14.Jg.,
Nr.51, 1.4.95, Seite 41.
- Warum wir eine kulturelle Renaissance brauchen, Ibykus
14.Jg., Nr.53, 1.10.95, Seite 15.
- Poesie u.Musik. Motivische Durchkomponierung am
Beispiel v. F. Schillers Glocke, Ibykus 14.Jg.,
Nr.53, 1.10.95, Seite 41.
- Aufruf zur Rettung der Kinder in
Bosnien-Herzegowina, Ibykus 15.Jg., Nr.54, 1.1.96,
Seite 4.
- China nach 25 Jahren: Optimismus und
Entwicklungswille, Ibykus 15.Jg., Nr.56, 1.7.96,
Seite 6.
- LaRouche muß rehabilitiert werden!, Ibykus
16.Jg., Nr.59, 1.4.97, Seite 32.
Aktuelles
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